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"Nachhaltigkeit ist eine Klammer für viele verschiedene Aspekte"

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Thomas Hajduk beschäftigt sich seit mehr als 10 Jahren beruflich mit dem Thema Nachhaltigkeit. Seit September 2020 ist er bei der Vorwerk Gruppe der Mann fürs Grüne und andere Nachhaltigkeitsthemen. Im Interview spricht er über den Klimaschutz, Verantwortung und seine Leidenschaft für Videospiele. 

Thomas, in deiner Freizeit tauschst du gerne mal Laptop gegen Gaming-PC. Gibt es Parallelen zwischen deinem Hobby und deiner Arbeit als Nachhaltigkeits-Experte bei der Vorwerk Gruppe?

Thomas: In beiden Fällen möchte ich nicht „Game Over“ lesen müssen! (lacht). Nein, im Ernst: Ich spiele gerne Aufbau- und Strategiespiele. Belohnt wird dabei, wer planvoll und vorausschauend handelt. Das ist bei der Nachhaltigkeit ähnlich: Im Kern geht es darum, langfristig zu denken und fundierte Entscheidungen zu treffen, um den wachsenden gesellschaftlichen Anforderungen an Unternehmen gerecht zu werden. Der Klimawandel ist ein gutes Beispiel dafür: Wir reduzieren Treibhausgasemissionen in der Gegenwart und begrenzen dadurch die Folgen der menschengemachten Erderwärmung in der Zukunft.

Nachhaltigkeit hat aber nicht nur etwas mit Klima- und Umweltschutz zu tun, oder?

Thomas: Richtig! Neben der ökologischen sprechen wir auch noch von der sozialen und der ökonomischen Nachhaltigkeit. Fair mit den eigenen Mitarbeitern, aber auch mit den Menschen in den Lieferketten umzugehen, ist Bestandteil der sozialen Nachhaltigkeit. Zur ökonomischen Nachhaltigkeit gehört etwa eine integre Geschäftsführung. Nachhaltigkeit ist also eine Klammer für viele verschiedene Aspekte – und gerade deshalb so spannend, finde ich.

Thomas Hajduk im Video-Interview

Medien und die Öffentlichkeit sind in hohem Maße für Nachhaltigkeit sensibilisiert.

Kritische Stimmen werfen Unternehmen häufig vor, zwar über Nachhaltigkeit zu sprechen, aber es vor allem mit ihren sozialen und ökologischen Dimensionen nicht so genau zu nehmen…

Thomas: In der öffentlichen Diskussion ist in diesem Zusammenhang häufig die Rede von „Greenwashing“. Der Begriff zeigt, dass Medien und die Öffentlichkeit in hohem Maße für Nachhaltigkeit sensibilisiert sind. Worten müssen daher immer Taten folgen, um auch einem kritischen Blick von außen standzuhalten. Bei Vorwerk ist es sogar umgekehrt. Hier handelt man nach der Devise: „Erst machen, dann darüber reden!“. Ein entscheidender Faktor, um auch beim Thema Nachhaltigkeit glaubwürdig zu sein.

Erst machen, dann reden – da schwingt eine große Portion Motivation mit. Was treibt dich an?

Thomas: Nachhaltigkeit hat immer etwas mit innerem Antrieb zu tun. Für mich war und ist es die große Frage, wie wir die Grundlagen für ein gutes Leben erhalten können – heute und in der Zukunft. Manche nennen das auch „Enkelfähigkeit“. Das Schöne an meinem Beruf ist außerdem, dass es auch nach vielen Jahren nie langweilig wird. Weil sich in diesem Bereich so viel tut, tauchen immer wieder neue Themen und Fragen auf, mit denen man sich auseinandersetzen muss.

Es fehlt manchmal an Zuversicht, wenn wir über die Zukunft sprechen.
Über Thomas Hajduk

Wohnort: Düsseldorf

Geburtsort: Zellin in Polen

Bei Vorwerk seit: 09/2020

Geschäftsbereich: Vorwerk & Co. KG

Abteilung: Unternehmenskommunikation

Funktion: Specialist Sustainability

Vorherige Arbeitgeber: Bertelsmann SE & Co. KG, Wirtschaftsministerium NRW, Universität St. Gallen, adelphi consult GmbH

Fun Fact: Nebenberuflicher Cat Content Producer

Motto: Wir schaffen das!

Medientipp: Das Buch „Factfulness: Wie wir lernen, die Welt so zu sehen, wie sie wirklich ist“ des Statistikers und Wissenschaftlers Hans Rosling. Warum? Weil der Autor für eine auf Fakten basierende, vernünftige Weltsicht wirbt und damit Mut für die Zukunft macht!

Und im Privaten? Wie hältst du es abseits des Schreibtischs mit dem Thema Nachhaltigkeit?

Thomas: Ich bin mit Sicherheit kein Paradebeispiel für einen durchweg nachhaltigen Lebensstil. Ich esse gelegentlich Fleisch und auch auf das Fliegen verzichte ich nicht gänzlich. Aber ich versuche, bewusst zu konsumieren und da, wo es geht, Alternativen zu finden. So kann aus einem Städtetrip mit dem Flugzeug eine Zugreise mit einem interessanten Zwischenstopp werden. Klar, bei der Reise nach Japan waren Zug und Schiff keine Optionen und auch unsere Katzen von einer vegetarischen Ernährung zu überzeugen, ist eher schwierig (lacht). An anderen Stellen gibt es aber gute Möglichkeiten, den eigenen Alltag nachhaltiger zu gestalten, ohne dabei etwas vermissen zu müssen.

Apropos Reisen: Wohin geht aus deiner Sicht die Nachhaltigkeitsreise für Vorwerk? Wo stehen wir im Jahr 2025?

Thomas: Der Klimawandel ist für mich die größte gesellschaftliche Herausforderung dieses Jahrzehnts. Es wäre ein starkes Zeichen für den Klimaschutz, wenn die Produkte der „grünen Marken” von Vorwerk bis 2025 vollständig klimaneutral würden - von der Produktion über die Nutzung bis zur Wiederverwertung. Das stünde in bester Tradition zu bisherigen Produktqualitäten wie Langlebigkeit, Energieeffizienz und Reparierbarkeit.

Mal angenommen, ich hätte eine riesige Plakatwand im Zentrum Wuppertals gemietet und du könntest sie beschriften. Was wäre deine Botschaft?

Thomas: Ein Wort würde in dem Fall genügen: „Zuversicht“. Denn daran fehlt es manchmal, wenn wir über die Zukunft sprechen.

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