Teilen
Twittern
03.01.2019
UX Learnings aus der Thermomix®-Entwicklung

5 einfache Prinzipien für gutes Produktdesign

Teilen
Twittern
03.01.2019

Benutzerfreundlichkeit und Nutzererlebnis – oder Usability und User Experience (UX) – sind in den letzten Jahren zu Schlüsselbegriffen geworden. Denn gerade in Zeiten der Digitalisierung entscheidet die intuitive Anwendung über Erfolg oder Misserfolg eines Gerätes. Sebastian Meyer, Manager User Experience bei Vorwerk International in der Schweiz, hat fünf elementare Herausforderungen für UX und Design identifiziert, die ihm bei der Weiterentwicklung der Vorwerk Produkte – insbesondere des Thermomix – alltäglich begegnen. 

1.

“Don’t make me think!“ – sondern setze auf Einfachheit!

Produkte sollten möglichst selbsterklärend und der Nutzer in der Lage sein, sie ohne langes Nachdenken zu verstehen. Je komplexer ein Produkt, desto schwieriger ist es, diesen Punkt zu erfüllen. Vor dieser Herausforderung standen und stehen wir insbesondere beim Thermomix® immer wieder. Wichtig sind deshalb eine einfache und klare Navigation, die mit nachvollziehbaren Icons und Phrasen für eine intuitive Nutzung sorgt.

2.

Konsistenz ist das A und O!

Ein innovatives Interface ist großartig – eines, das dem User bekannt ist, ist besser. Es ist möglich, den Nutzern ein vertrautes Gefühl zu vermitteln, indem man auf bestimmte Icons, vertraute Design-Muster oder eine bestimmten Präsentationsweise zurückgreift. Wenn man das konsistent im Produkt berücksichtigt oder sogar über mehrere Produkte hinweg, erlernt der Anwender auch die Nutzung. Am Ende macht dies ein gutes Interface aus, da Konsistenz auch eine Form von Einfachheit ist.

3.

Zeit ist relativ

Nutzer neigen dazu, einen Prozess abzuschließen, wenn das Ende in Sicht ist. Und sie fühlen sich wohler und nutzen ein Produkt entsprechend lieber, wenn sie wissen, bei welchem Schritt sie sind. Eine Entsprechende Darstellung mit dem Hinweis, bereits bei Schritt 2 von 5 zu sein, ist ermutigender, als durch einen scheinbar endlosen Prozess zu müssen.

4.

Nutzer testen lassen – und Schritt für Schritt anpassen!

Wir führen viele Befragungen und Gerätetests durch, um zu verstehen, wie unsere Kunden die Produkte nutzen. Das tun wir natürlich mit verschiedenen Altersgruppen sowie mit sehr und weniger Technik vertrauten Personen. Die Erkenntnisse fließen in die Produktentwicklung ein. Wir überrumpeln die Nutzer dann nicht mit zehn neuen digitalen Features, sondern führen den Wandel Schritt für Schritt durch. Demnach versuchen wir, digitale Optionen der Produkte sukzessive zu integrieren.

5.

Menschen machen Wertigkeit an visuellen Reizen fest

Zu guter Letzt: Die emotionale Bindung an ein Produkt ist nicht zu unterschätzen. Trotz aller Übersichtlichkeit und einer intuitiven Nutzerführung gibt es Faktoren wie Farben oder Leerräume im Display oder der Navigation, die im besten Fall im Rahmen von Nutzertestes hinterfragt werden sollten.

Seit September 2017 ist Sebastian Meyer als Manager User Experience bei Vorwerk International in der Schweiz tätig. Zuvor arbeitete er im Produktmanagement bei Neato Robotics im Silicon Valley, Kalifornien.

Weiterlesen

Career Insights
Wie Big Data uns hilft, das Kocherlebnis zu optimieren
Maria Coronado von Thermomix® verrät, warum gerade die einfachsten Rezepte höchste Sorgfalt und Aufmerksamkeit benötigen.
Career Insights
„Wir müssen neuen Ideen Raum und Zeit geben“
Das Konzept des agilen Arbeitens kommt ursprünglich aus der Software-Entwicklung, wird heute aber auch in anderen Bereichen umgesetzt. Wie das Prinzip bei Vorwerk zum Einsatz kommt und weshalb die Teams dabei eine
Career Insights
„Wir müssen irgendwie die Zukunft voraussagen“
Mit der zunehmenden Digitalisierung entstehen neue Berufsbilder – zum Beispiel jenes der Innovationsmanagerin. Was genau diesen Job ausmacht? Sarah Werhahn von Vorwerk verrät es im Interview.