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11.12.2018
In der Vorentwicklung bei Vorwerk

“Ingenieure sind kreativer als ihr Ruf”

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11.12.2018

Ingenieure gelten häufig als aufs Detail fokussierte Techniker. Für Niklas van Teeffelen hat sich in der Vorentwicklung bei Vorwerk hingegen schnell herausgestellt, dass der Beruf mehr bietet als eine reine Fachlaufbahn. Denn wer neue Ideen zur Marktreife und Serienentwicklung bringt, arbeitet mit vielen verschiedenen Fachbereichen zusammen und benötigt auch eine gute Portion Überzeugungskraft, wie Niklas im Interview verrät.

Niklas, mit was beschäftigt sich ein Vorentwickler bei Vorwerk?

Ich schaue mir an, wie Menschen leben und ihren Alltag gestalten. Das hört sich im ersten Moment nicht nach einer typischen Aufgabe für einen Ingenieur an. Doch sinnvolle, technische Produkte kann man nur entwickeln, wenn man versteht, wie sie den Menschen helfen bzw. einen Mehrwert bieten können. Als Vorentwickler liefern wir die ersten Ideen für ein Produkt, entwickeln sie gemeinsam mit Kollegen aus anderen Fachbereichen weiter, bis wir sie später als Serienprojekt in den Markt bringen. Insofern steht die Vorentwicklung ganz am Anfang eines Prozesses, wie wir Produkte entwickeln.

Klingt nach einer kreativen Aufgabe. Wie viel konzeptionelle Arbeit steckt in Deinem Job?

Ein großer Teil. Zu Beginn versuchen wir, eine Idee zu entwickeln und diese innerhalb des Unternehmens durchzubringen. Sobald dies geschehen ist, gehen wir schnell in die konzeptionelle Arbeit über. Da wir eine technische Vorentwicklung sind, liegt es auch in unserer Hand, die technische Basis für die Produkte zu schaffen. Wenn zum Beispiel klar ist, dass der Kunde nicht mehr von Hand staubsaugen will und wir einen Saugroboter entwickeln, entstehen viele fachliche Fragen, etwa zum Antrieb oder zur Bürstengeometrie.

Um für diese eine Lösung zu finden, erstellen wir oftmals erste Prototypen und verschiedene Varianten einer Produktidee. Hierfür kann es sein, dass wir schnell andere Abteilungen hinzuziehen, um auch andere wichtige Aspekte und das Gesamtbild nicht aus den Augen zu verlieren. Zuletzt haben wir zum Beispiel sofort gemeinsam mit der Konstruktion an einem neuen Konzept gearbeitet.

Früher oder später gibt es zu allen Fachabteilungen eine Schnittstelle.

Mit wem arbeitest Du im Unternehmen noch zusammen?

Früher oder später gibt es zu allen Fachabteilungen eine Schnittstelle. Zu Beginn ist der Austausch mit der Marktforschung und dem Innovations- bzw. Produktmanagement wichtig. Wenn das Konzept kurz vor der Umsetzung steht, spricht man mit dem Controlling und dem Einkauf sowie der Produktion und der Montage. Auch ein Gespräch mit dem Vertrieb kann nicht schaden.

Einen typischen Arbeitstag beginne ich aber mit einem Informationsaustausch unter Kollegen aus der Vorentwicklung. Zwar haben wir alle unterschiedliche Projekte, stehen aber häufig vor ähnlichen Herausforderungen. Wir nutzen das Treffen, um voneinander zu lernen und etwaige Fehler nicht ein zweites Mal zu machen.

Wie sah Dein Karriereweg vorher aus und warum hast Du Dich für einen Job bei Vorwerk entschieden?

Bei mir war schon früh in der Schule und später in der technischen Einheit der Bundeswehr klar, dass ich technische Dinge entwickeln möchte, wobei ich offen dafür war, ob es große Systeme wie Flugzeuge und Autos sind oder kleinere wie Konsumelektronik. Dann bin ich ins Maschinenbaustudium gestartet und habe entdeckt, dass mich die Konzeptentwicklung von Produkten am meisten interessiert, woraufhin ich mein Wissen in ersten praktischen Projekten vertieft habe.

Zum Ende meines Bachelor-Studiums bin ich dann zum ersten Mal mit Vorwerk in Berührung gekommen und habe meine Abschlussarbeit in der Vorentwicklung geschrieben. Die praxisnahen Problemstellungen und die kreative Arbeitsweise haben mir gut gefallen. Im darauffolgenden Masterstudium habe ich mich stark auf das Thema Industriedesign konzentriert. Diese Schnittstelle zwischen Design und Technik beschäftigt sich intensiv mit dem Kunden und seiner Art zu leben. Durch eine Initiativbewerbung bin ich schließlich nach einem Auslandsaufenthalt in Südamerika zu Vorwerk zurückgekehrt. An die gute Zeit im Unternehmen wollte ich anknüpfen.

Was schätzt Du an Vorwerk als Arbeitgeber besonders?

Zum einen natürlich die Aufgaben: Als Ingenieur kann ich hier kreativ an Produkten arbeiten, die etwas Besonderes sind, denn unser Anspruch an Innovation und Technik ist sehr hoch. Zum anderen gestaltet sich das Arbeiten sehr familiär, wir haben eine klasse Feedbackkultur und ich fühle mich wertgeschätzt, weil mir sehr viel Vertrauen entgegengebracht wird. Dass ich für ein Produkt verantwortlich sein kann, freut mich und diese Aufgabe nehme ich sehr ernst. Denn ich sehe, dass ich hier die Möglichkeit bekomme, mich innerhalb des Unternehmens weiterzuentwickeln.

Ich fühle mich wertgeschätzt, weil mir sehr viel Vertrauen entgegengebracht wird.

Welche besonderen Fähigkeiten benötigt man für Deinen Beruf?

Bei uns arbeiten Physiker, Informatiker und Elektrotechniker. Das heißt: Man muss nicht zwingend Maschinenbau studiert haben, um technische Produkte zu entwickeln. Ein solides technisches Grundverständnis sollte dennoch vorhanden sein.

Um hier gut miteinander arbeiten zu können, sollte man offen und lernbereit sein. Denn egal, wie gut man in seinem Expertengebiet ist, ein Projekt wird immer Schnittstellen zu anderen Fachbereichen im Unternehmen haben. Die Erfahrung der Kollegen muss man zu schätzen wissen, um ein erfolgreiches Projekt durchzuführen.

Weiterhin brauchen wir als Vorentwickler eine gute Portion Durchsetzungsvermögen und Überzeugungsfähigkeit, weil nicht jede Idee von Anfang an jede Person im Unternehmen begeistert. Mit Kritik muss man also umgehen und sie einordnen können, um das Produkt noch besser oder eben anders gestalten zu können.

Kollegen von einer neuen Idee begeistern: Ist das auch die größte Herausforderung im Alltag?

Ja, und es ist auch eine Herausforderung, kritische Gegenfragen ernst zu nehmen. Herausfordernd kann dabei sein, alle Fachbereiche bei der Verteidigung einer Idee zu vertreten. Beispielsweise möchte der Designer, dass das Produkt schlank wirkt. Der Konstrukteur braucht aber mehr Platz für seine Elektronik. Da muss man als Vorentwickler die Argumente beider Seiten verstehen, gemeinsam im Team darüber diskutieren und auch Information darüber heranziehen, welchen Einfluss die gefundene Lösung für das Controlling, für den Einkauf usw. hat.

Wichtig ist auch, die erhaltenen Informationen richtig einzuordnen. Welche davon sind priorisiert zu behandeln und was ist zu tun, wenn der Kostendruck steigt? Um das Projekt in die richtige Richtung zu lenken, hilft es, wenn man diese Aufgaben auch mal eigenverantwortlich löst.

Jetzt bist Du 1,5 Jahre bei Vorwerk: Gibt es etwas, worauf Du schon stolz bist?

Es ist schön zu sehen, wie schnell ich bei Vorwerk mitgestalten kann. Einige Ideen, die das Team und ich zu meiner Anfangszeit angestoßen habe, laufen gerade in Richtung Marktreife – es macht mich stolz, daran mitgewirkt zu haben. Ein weiterer Höhepunkt, den wir hier erleben, ist die Reaktion des Kunden auf das Produkt. Mit dem Feedback aus dem Vertrieb oder vom Kunden selbst können wir das Produkt beim nächsten Mal noch ein Stückchen besser machen.

Die Reaktion des Kunden auf das fertige Produkt ist ein echter Höhepunkt meiner Arbeit.

Was möchtest Du in den nächsten Jahren beruflich erreichen?

Mein nächster Schritt wäre die Position des Junior-Projektleiters, der ein Produkt übernimmt, wenn es aus der Vorentwicklung herausgeht. Allgemein habe ich das Bestreben, coole Produkte auf den Markt zu bringen. Dieses Ziel kann man hier bei Vorwerk natürlich in vielen verschiedenen Positionen im Unternehmen verfolgen. Was mir auf jeden Fall wichtig ist, ist eine Schnittstelle zur Technik zu behalten, denn die technische Komponente meiner Arbeit möchte ich auch künftig nicht missen.

Welchen Beruf würdest Du ausüben, wenn Du nicht in der Vorentwicklung tätig wärst?

Für mich wird es immer in Richtung Produktentwicklung gehen, das kann man ja in verschiedenen Bereichen machen. Damit meine ich nicht Staubsauger oder Flugzeuge, sondern auch eine Marketingstrategie ist ein Produkt was es zu entwickeln gilt. Ich will auf jeden Fall kreativ arbeiten und möchte immer eine Idee bewegen und etwas voranbringen. Im Kern kann ich mir jeden Beruf vorstellen, der genau das beinhaltet: Ideen in die Tat umsetzen

Zur Person: Niklas van Teeffelen ist bei Vorwerk seit 2017 in der Forschung und Entwicklung / Vorentwicklung tätig. Der 28-Jährige hat Maschinenbau an der RWTH Aachen studiert und konnte bereits im Rahmen seiner Bachelor-Arbeit erste Erfahrungen in der Vorentwicklung des Unternehmens sammeln. Nach seinem Master-Studium und einem Auslandsaufenthalt zog es ihn zurück nach Wuppertal.

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