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11.12.2018
ALLTAG MIT AUTISMUS

Wieso Routine für diese Familie unentbehrlich ist

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11.12.2018

„Eigentlich ist unser Leben langweilig“, sagt Kerstin Bienzle. Dennoch schreibt die 47-Jährige in ihrem Blog „TagausTagein“ über Alltägliches, gibt Deko-Tipps und teilt Rezeptideen. Und sie gewährt Einblick in ganz Persönliches: das Familienleben mit einem autistischen Sohn. 

Wie bei vielen Menschen beginnt fast jeder Tag bei Familie Bienzle in Stuttgart gleich: Aufstehen um kurz vor sechs, Frühstück vorbereiten, fertig machen für die Arbeit, den Kindergarten, die Schule. Der Unterschied zu den meisten anderen Familien: Für Sohn Laurenz ist die Routine essentiell. Denn der Achtjährige hat eine Autismus-Spektrum-Störung, auch Asperger-Syndrom genannt, und tut sich mit Veränderungen schwer.

Man muss Laurenz Schritt für Schritt sagen, was zu tun ist.

„Laurenz braucht viel Unterstützung bei alltäglichen Dingen und man muss ihm Schritt für Schritt sagen, was zu tun ist“, erzählt Kerstin Bienzle und gibt zu: „Der Alltag mit einem autistischen Kind ist oft anstrengend“. Doch die Familie hat sich daran gewöhnt, Routinen einzuhalten und Änderungen im Alltag behutsam einzuführen. Und Mutter Kerstin teilt ihre Erfahrungen und tägliche Herausforderungen in ihrem Blog. „Darüber kann ich etwas sagen und ich merke, dass andere sich dafür interessieren“, begründet sie die sehr persönlichen Einblicke in ihren Alltag.

Im Wohnmobil nimmt man die Routine mit auf Reisen

Dazu gehören auch die Reisepläne der Familie. Seit zwei Jahren verbringt sie ihre Urlaube im Wohnmobil, legt oft kurze Strecken zurück und macht an mehreren Stellplätzen Halt. „Ich habe von vielen Eltern mit Autisten gehört, dass Urlaub im Wohnmobil für die Kinder sehr schön und entspannend ist“, so Kerstin Bienzle. Schließlich sei das eigene Zuhause so immer dabei. Während der fünfjährige Ludwig die Gegend erkundet und mit Gleichaltrigen Kontakt aufnimmt, kann Bruder Laurenz, den Ferien als nicht definierbarer Zeitraum nervös machen, hier leicht für sich bleiben. Und auch die Essensroutinen der Familie lassen sich im Wohnmobil leicht einhalten. Die entsprechenden Speisepläne teilt Kerstin Bienzle mit ihren Lesern – ebenso wie Ordnungstipps, Deko-Ideen und andere Lifestyle-Trends.

Beim Bloggen galt für Kerstin das Motto: „Es ist nie zu spät, etwas Neues zu beginnen“. Nach ihrer Elternzeit und der Entscheidung, sich hauptberuflich um Familie und Heim zu kümmern, suchte sie nach einem Hobby, in dem sie sich ausprobieren konnte.

Seitdem nimmt sie sich fast jeden Vormittag Zeit, neue Beiträge und Fotos zu erstellen – und ist stolz darauf, das Projekt „Alltags-Blog“ überhaupt gestartet zu haben. „Früher habe ich mich oft blockiert und mich klein gehalten“, erinnert sie sich. Jetzt fährt sie an einigen Wochenenden im Jahr zu Konferenzen und trifft sich mit Gleichgesinnten auf Bloggerveranstaltungen: „Da wird dann nicht über die Familie und den Autismus gesprochen, sondern über andere Themen. In diesen Momenten kann ich wunderbar abschalten.“ 

Alle paar Monate gönnen wir uns einen Babysitter und nehmen uns Zeit für uns.

Mama fotografiert noch schnell das Mittagessen - für die Familie schon Routine

Was sie ebenfalls wichtig findet: Sich auch als Paar ab und zu eine Auszeit zu nehmen. „Wir machen das alle paar Monate und gönnen uns einen Babysitter. Dann gehen wir essen, treffen uns mit Freunden oder besuchen ein Konzert.“ Einen persönlichen Luxus, den sich Kerstin Bienzle leistet, sind außerdem ihre vielen Helfer in der Küche, zu denen auch der Thermomix® gehört. „Ich koche wahnsinnig gerne, aber es muss trotzdem schnell gehen und praktisch sein“, erklärt die Bloggerin. Zu ihren Lieblingsrezepten gehören unter anderem ein Risotto mit Champignons, Pfannkuchen und Zitronenkuchen. Aber auch für ihren hauseigenen Hustensaft eigne sich der Thermomix® bestens. 

Dass sie vor dem Mittagessen noch schnell die Kamera zückt und das Gericht später auf ihren Blog stellt, stört niemanden in der Familie. Ihr Mann stellt seine Ehefrau schon ganz selbstverständlich als Bloggerin vor – und auch die beiden Jungs haben sich bei ihrem Berufswunsch vermutlich ihre Mutter zum Vorbild genommen: Sie möchten YouTuber werden.

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