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17.07.2017
Markendesign mit Wiedererkennung

,,Das ist ja ein richtiger kleiner Kobold"

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17.07.2017

Viel Weiß, etwas Anthrazit und das markante Grün auffällig reduziert - pünktlich zum 130. Firmenjubiläum setzte Vorwerk 2013 einen Meilenstein auf dem Weg zu seinem modernen und preisgekrönten Markendesign. Ausgangspunkt für die neue Farbgebung: Die Überarbeitung einiger Kobold Geräte wie die des VK150. Was viele nicht wissen: Schon einmal beeinflusste der Staubsauger die Geschicke des Unternehmens… 

„Das ist ja ein richtiger kleiner Kobold“, ruft Grete Florin begeistert aus, als ihr Engelbert Gorissen 1930 den neu geschaffenen Staubsauger aus dem Hause Vorwerk vorstellt. Die Sekretärin des damaligen Chefingenieurs assoziiert mit dem handlichen Gerät wohl die Eigenschaften eines helfenden Hausgeists – und gibt dem Gerät damit jenen Namen, den es bis heute trägt. 

In den Folgejahren erobert der Kobold die Haushalte deutscher Familien – und wird zur bekanntesten Staubsaugermarke im Land. Sein Wiedererkennungsmerkmal: Das markante Kobold-Grün. Dabei haben es Gorissen und die Vorwerk-Geschäftsführung zu Anfang schwer, die Menschen von ihrem neuen Produkt zu überzeugen.

Und auch die Erfindung des Kobolds selbst ist für Vorwerk ein echter Durchbruch. Denn der in der hauseigenen Maschinenfabrik hergestellte Motor ist zunächst für ein Grammophon gedacht und wird mit dem Aufkommen des Radios kaum noch benötigt. Ihn in einem Staubsauger zu verbauen, ist in Anbetracht des Zusammenbruchs des Weltmarkts nach dem „Schwarzen Freitag“ 1929, letztlich nicht nur eine zukunftsweisende, sondern sogar eine rettende Idee. Über 80 Jahre später hat sich aus dem Kobold Staubsauger eine ganze Produktfamilie entwickelt – mit einem zeitgemäßen Gesicht. Aus dem neuen Farbcode des Akkusaugers VC100 wurde sogar das Kommunikationsdesign der Dachmarke Vorwerk abgeleitet. Die neue Hauptfarbe Weiß und die traditionelle Akzentfarbe Grün finden sich heute in allen Produkten wieder. Der eingearbeitete Anthrazit-Ton der Geräte vermittelt zudem Kraft, Solidarität und Langlebigkeit – wie ein echter kleiner Kobold eben! 

„Heute bekommt das Grün eine viel größere Aufmerksamkeit“

Als ehemaliger Leiter Design bei Vorwerk zeichnet Uwe Kemker maßgeblich verantwortlich für das weiß-grüne Facelift der Vorwerk Produkte. Wir haben mit ihm über die neue Optik gesprochen.

Uwe Kemker war als damaliger Chefdesigner maßgeblich für die neue Farbgebung der Vorwerk Produkte verantwortlich.

Herr Kemker, wie wichtig ist für Sie der Wiedererkennungswert von Produkten?

Aus Markensicht braucht man natürlich einen solchen Wiedererkennungswert. Schließlich sind unsere Produkte die Visitenkarte des Unternehmens und haben auch eine emotionale Komponente. Sie sind die engste Schnittstelle, die der Kunde überhaupt zu unserer Marke haben kann, weil er die Produkte im Alltag regelmäßig nutzt. Deshalb müssen die Geräte im Übrigen auch für den Gebrauch verständlich sein.

Wenn Wiederkennung so wichtig ist, wieso überarbeitetet man dann dennoch das komplette Vorwerk-Design?

Der bisherige hohe Dunkelgrünanteil der Farbgestaltung gab den technologischen Inhalten nicht genügend Raum. Die innovative Technik wurde vom Farbcode überdeckt. Deshalb wollten wir einen „Genetischen Code“ im Produkt- und Farbdesign entwickeln, der zeitgemäß ist, aber auch langfristig wirkt. Durch die Reduktion des Grünanteils und den Kontrast zur Farbe Weiß bekommt das Vorwerk-Grün heute eine viel größere Aufmerksamkeit.

Dass unsere Produkte darüber hinaus ohnehin einen hohen Wiederkennungswert haben, hat uns vor Jahren ein Marktforschungstermin vor Augen geführt. Damals haben wir neue Entwürfe des Kobolds komplett grau eingefärbt und so den Teilnehmern der Testgruppe vorgestellt. Obwohl sich bei einem der Geräte nur am Kabel ein kleines graues Lackteil gelöst hatte, erkannte eine der Testpersonen, dass es sich um einen unserer Staubsauger handelte.

Welche Reaktionen haben Sie auf das neue Design bekommen?

Nachdem wir mit dem VC100 und dem VR100 als Pilotprojekte im neuen Produkt- und Farbdesign entworfen hatten, war es das natürliche logische Ziel, dies auf die gesamte Produktpalette zu übertragen. Dieses Vorhaben hat zwar das Management zunächst in Erstaunen versetzt, fand aber gerade hier eine breite Unterstützung, um das Markenbild zu erneuern. 

Was mich persönlich besonders gerührt hat, war die Reaktion der Monteurinnen bei einem Besuch in einer unserer Fertigungshallen. Die Frauen kamen auf mich zu und hielten den Kobold Staubsauger wie ein Baby in ihren Armen. Dass selbst die Werker stolz auf das Produkt sind, das sie tagtäglich fertigen, gibt einem schon ein gutes Gefühl. Und schließlich geht es bei gutem Design eben auch immer um Emotionalität.

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