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17.08.2018
Rezeptentwicklung für den Thermomix

„Gutes Essen gehört für mich zum Job“

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17.08.2018

Der Thermomix ® hat die Küchenszene in den vergangenen zehn Jahren als Kochhelfer revolutioniert – können Rezepte doch ganz einfach auf dem Gerät angezeigt und mithilfe der so genannten Guided-Cooking-Funktion nachgekocht werden. Doch woher kommt eigentlich die Vielzahl an Rezepten, die Ihnen als Nutzer eine Gelinggarantie versprechen? Wir haben mit Rezeptentwicklerin Katrin Veltum gesprochen – über die Inspirationsquellen für neue Gerichte, die Herausforderungen der digitalen Technik und über russischen Zupfkuchen. 

Frau Veltum, derzeit findet man in der Thermomix ® Rezepte-Plattform Cookidoo ® 6130 Rezepte zum nachkochen. Hand aufs Herz: Wie viele der Rezepte haben Sie schon selbst gekocht?

Tatsächlich schon sehr viele, weil ich auch privat sehr viel mit dem Thermomix ® koche und ausprobiere. Aber alle Rezepte habe ich natürlich noch nicht nachkochen können. Ich bin aber auch erst seit gut einem Jahr als Rezeptentwicklerin bei Thermomix ® tätig. Also: was noch nicht ist, kann ja noch werden.

Mir persönlich war wichtig, dass mein Arbeitgeber auf eine ausgewogene Ernährung achtet.

Was hat Sie dazu bewogen, Rezeptentwicklerin bei Thermomix ® zu werden?

Als studierte Ernährungswissenschaftlerin sind Stellen in der Rezeptentwicklung natürlich ein naheliegendes Tätigkeitsfeld. Zuvor war ich unter anderem in der Lebensmittelindustrie tätig. Mir persönlich war aber wichtig, dass ich für meinen Beruf auf natürliche Zutaten zurückgreifen kann und auch mein Arbeitgeber auf eine ausgewogene Ernährung achtet. Deshalb habe ich mich auf die ausgeschriebene Stelle als Thermomix ® Rezeptentwicklerin beworben, für die ich dann eine ganz besondere Einarbeitung erhalten habe.

Was ist das besondere an Ihrem Job?

Mit der Guided-Cooking-Funktion und der Gelinggarantie bietet der Thermomix ® zwei Besonderheiten, auf die ich mich als Rezeptentwicklerin einstellen muss. In der Ausbildung bedeutete das vor allen Dingen erst einmal, viel Praxiserfahrung am Thermomix ® selbst zu sammeln, bestehende und neue Rezepte zu testen und ein Gefühl für die Prozesse im Gerät zu bekommen. Schließlich muss man letzteres zu 100 Prozent kennenlernen, um alle technischen Funktionen verstehen zu können. 

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Neben einem hohen Maß an Kreativität erfordert mein Job viel Genauigkeit, speziell bei der Digitalisierung der Rezepte, damit der Kunde zuhause die Rezepte Schritt für Schritt auf dem Display mit Guided Cooking nachkochen kann. Viele denken, dass wir einfach nur in der Küche stehen und kochen. Doch das ist nicht der Fall. Unsere Tätigkeit ist deutlich vielfältiger. 

Was gehört denn außerdem zu Ihren Aufgaben?

Unser Aufgabenfeld umfasst den gesamten Weg der Rezepte. Die Ideenentwicklung – von der ersten Idee bis hin zur Veröffentlichung. Das heißt, dass wir uns mit externen Testern austauschen, die Shootings von professionellen Food-Fotografen mitbetreuen sowie mit Agenturen, Lektoren und Verlagen den Druck unserer Rezepte realisieren. Schließlich entwickeln wir einen Teil der Rezepte auch für Thermomix ® Kochbücher und unser Thermomix ® Magazin – und nicht nur für Cookidoo ®.

Wie lange dauert es von der ersten Idee bis zum fertigen Rezept?

Das variiert in der Regel zwischen vier und sechs Monaten. Das Rezept wird zunächst am Schreibtisch entworfen und erst dann mehrfach in der Küche getestet. Wenn es endgültig steht, werden Fotoshooting und Nährwertberechnung veranlasst und anschließend die Digitalisierung. Ist das Rezept neben Cookidoo ® außerdem für ein Printmedium, also für ein Buch oder Magazin eingeplant, braucht es zusätzliche Layout- und Korrekturphasen.

Wo holen Sie sich die Inspiration für Ihre Rezepte?

Zum einen besprechen wir neue Ideen immer im Team und zusätzlich mit unserem Rezeptmarketing. Speziell bei saisonalen Schwerpunkt-Themen mit Spargel, Erdbeeren oder Bärlauch kommen wir so recht schnell auf neue Rezepte, die wir dann auch im Voraus einplanen.

Zum anderen achten wir natürlich auf aktuelle Food Trends. So informiere ich mich zum Bespiel in Gruppen bei Facebook, schaue mich bei Bloggern und bei Instagram um. Und wenn Freunde mal etwas Leckeres kochen, das ich noch nicht kenne oder das mich überrascht, behalte ich natürlich auch hier gewisse Dinge im Hinterkopf. 

An neuen Ideen mangelt es uns wirklich nicht.

Aber wird es nicht irgendwann schwer, neue Rezeptideen zu entwickeln?

Es gehört natürlich dazu, dass wir bei neuen Ideen überprüfen, ob es diese Rezepte nicht bereits in unserer Datenbank gibt. Und das sind mittlerweile doch einige. Aber eigentlich ist der Bereich Food so vielseitig und bietet so viele Möglichkeiten, dass wir immer wieder kreative Rezepte entdecken. Also nein: an neuen Ideen mangelt es uns nicht wirklich. (lacht)

Gibt es ein Rezept, auf das Sie besonders stolz sind, oder das besonders ausgefallen ist? 

Nicht ganz so ausgefallen, aber doch eine große Herausforderung war die Entwicklung eines veganen Festtagsessens. Mein Anspruch war es, unseren Kunden ein Menü ganz ohne tierische Produkte anzubieten, das dennoch auch Fleischessern schmeckt. Schließlich möchte man auch als Veganer mal für die ganze Familie kochen. Auf das Ergebnis bin ich schon ein bisschen stolz. Leider sind die Zutaten und konkreten Rezepte des Menüs noch geheim.

Ist es schwierig, darauf warten zu müssen, dass ein eigenes Rezept endlich auch von Kunden probiert und bewertet wird?

Man ist schon gespannt, wie ein Rezept am Ende ankommt. Aber ich bekomme ja auch sehr früh Feedback und Anregungen von externen Testern – und natürlich von meinen Kollegen. Das Tolle ist ja, dass wir uns den ganzen Tag über leckeres Essen unterhalten dürfen. (lacht)

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Und dass Sie die ganzen Kreationen ihres Team probieren können?

Ja, wir dürfen – nein, wir müssen sogar alle unsere Kreationen auch probieren. Das Essen gehört also irgendwie mit zu unserem Job (lacht erneut). Wobei man manchmal auch Dinge testen muss, auf die man gerade keine Lust hat oder die man nicht so gerne mag. Aber dann nimmt man eben nur einen ganz kleinen Bissen. 

Frau Veltum, die wichtigste Frage zum Schluss: Was ist ihr persönliches Lieblingsrezept?

Oh, das ist schwierig zu beantworten. Schließlich probiere ich so vieles aus und es gibt zahlreiche leckere Sachen bei uns. Aber wenn ich mich wirklich entscheiden muss, dann wohl für den russischen Zupfkuchen. Ich habe nämlich ein kleines Faible für Süßes am Nachmittag. Außerdem esse ich sehr gerne Käse-, mein Freund aber lieber Schokoladenkuchen. Beides verbindet der russische Zupfkuchen perfekt.

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