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Unangenehme Job-Situationen

So blamieren Sie sich selbstbewusst

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Den roten Faden während eines Vortrags verloren oder den Namen des Gegenübers vergessen? Es gibt Momente, da möchte man nur noch im Erdboden versinken. Wichtig ist, souverän damit umzugehen. Business-Coach Jessica Wahl erklärt, wie man peinliche Job-Situationen löst und ganz nebenbei noch Sympathien hinzugewinnt.

Schon vorab: Es gibt nicht den einen Spruch, mit dem man sich aus einer Blamage rettet. Das ist abhängig von der konkreten Situation. Doch eines gilt immer: Man muss sich vom Geschehenen distanzieren und es mit Humor nehmen. Oft reicht schon ein Lachen, um die Situation zu verändern. Denn: Eine Blamage ist nur so unangenehm, wie Sie sie empfinden.

1.

Blackout während der Präsentation

Ob als Berufseinsteiger, zu Beginn eines neuen Jobs oder als langjähriger Mitarbeiter: Aussetzer während eines Vortrags passieren jedem. Man verhaspelt sich und weiß plötzlich nicht mehr, wie die Präsentation weiter geht. Ein Moment der Stille kehrt ein. Kollegen, Chefs und Kunden schauen einen erwartungsvoll an. Bevor man sich sofort entschuldigt, empfiehlt Jessica Wahl wie folgt die Situation zu retten:

Jessica Wahl

arbeitet als Senior Performance Coach, Atem-, Stimm- und Sprechtherapeutin sowie Trainerin für Führungskräfte in Berlin. Zu ihren Spezialgebieten zählen u. a. das Charisma- und Persönlichkeitscoaching, mit dem sie ihren Kunden zu mehr Souveränität im Job verhilft.

www.JessicaWahl.de

Kurz abwarten, sich sammeln und dann weitermachen mit einer kurzen Wiederholung, um den Anschluss wieder zu finden. Denn oftmals ist die Pause, die bei einem Blackout entsteht, kürzer, als man denkt. Wenn der Aussetzer anhält, kann man ins Gespräch mit dem Publikum gehen. Stellen Sie Fragen zum Thema, bitten Sie jemanden, die letzten Punkte zu wiederholen oder fragen Sie offen: Wie geht es wohl weiter? – im besten Fall nutzt man den Einwurf des Zuhörers, um wieder auf die Präsentation überzuleiten. Der positive Nebeneffekt: So unangenehm ein Blackout auch ist, die Unterbrechung kann dazu beitragen, dass wieder aufmerksam zugehört wird. Denn was ist als Zuschauer spannender, als zu sehen, wie der Sprecher mit so einer extremen Situation umgeht?
Um sich vor einem Fauxpas zu schützen, hilft es, das Sprechen vor Publikum öfters zu üben. Denn: Hinter einem kurzen Blackout kann die Angst vor der Präsentation stehen. Eine gute Vorbereitung nimmt den Druck, sodass Sie mit unerwarteten Situationen und Lampenfieber viel souveräner umgehen können.

2.

Namen des Gegenüber vergessen

Sie haben den Namen Ihres Kunden vergessen oder sogar den eines Vorstandsmitglieds? Auch das ist eine häufig vorkommende, unangenehme Situation im Berufsalltag. Lösen lässt sie sich, indem Sie den Namen ganz weglassen und die Person mit direktem Augenkontakt ansprechen. Eine andere Variante ist, sich komplizierte Namen noch einmal buchstabieren oder aussprechen zu lassen. Durch die Wiederholung wird das Gedächtnis angeregt. Hiermit kann man sich auch retten, wenn man die Person falsch angesprochen hat und sie dies korrigiert. „Ihr Name ist auch wesentlich schöner“ kann ein Spruch sein, mit dem man die Situation charmant löst. Sind noch weitere Kollegen bei dem Gespräch dabei, ist es einfacher: Hier fragt man zu Beginn kurz den Nachbarn nach dem Namen.

3.

Versehentlich zum „Du“ gegriffen

Eigentlich wird in Ihrer Firma jeder geduzt, bis auf ein paar ältere Kollegen, bei denen Sie es im Eifer des Gesprächs plötzlich vergessen? Dass die Ansprache nicht gepasst hat, merken Sie laut Wahl sofort, wenn jemand stockt und sich zurückzieht. Dies sollten Sie am besten freundlich mit dem Hinweis entschuldigen, dass es nicht persönlich gemeint war, sondern am ständigen Wechsel zwischen dem DU und SIE liegt, das je nach Person bevorzugt wird. Wird dies akzeptiert, führt man das Gespräch siezend weiter. Die Strategie dahinter ist also selbstverständlich bzw. menschlich zu reagieren und den Fehler zu erkennen.

Eine Blamage ist nur so unangenehm, wie Sie sie empfinden.
4.

Kleidungspannen

Ein offener Hosenstall, ein aufgegangener Blusenknopf. Selbst wenn Sie den Dresscode für das Geschäftsessen vergessen haben, können Sie sich vor verstohlenen Blicken der Kollegen retten.
Jessica Wahls Tipp: Wenn es die Situation erlaubt, drehen Sie sich kurz zur Seite und schließen das geöffnete Kleidungsstück kommentarlos. Präsent auf der Bühne geht das Kleinmachen allerdings nicht. Hier wählen Sie am besten den Weg nach vorne und machen beim Korrigieren der Kleidung die Situation bewusst größer, indem Sie z. B. mit einem Augenzwinkern sagen: „Das war übrigens keine Absicht!“ Auch wer sich beim Mittagessen bekleckert hat, kann mit Selbstironie das Gefühl der Scham umgehen. Als Frau kann man z.B. sagen: „Anscheinend fehlte mir heute etwas Farbe“ oder „Ich hatte offensichtlich zu wenig Schmuck um und brauchte Deko.“

5.

Schweigen im Aufzug

Sie treffen häufig Kollegen im Aufzug, die sich durchgehend anschweigen? Coach Jessica Wahl weiß, dass dies in Deutschland ganz normal ist: So machen wir deutlich, dass trotz intimer Nähe die Distanz gewahrt bleibt. Anders verhält es sich, wenn wir einen Anlass sehen, ins Gespräch zu kommen. Für den Small Talk eignet sich bekanntlich das Wetter oder auch ein aktuelles Thema aus den Medien oder dem Unternehmen.

Ist der Fahrstuhl sehr voll und man ist dem anderen unangenehm nahe, können Sie die Situation lockern, indem Sie sagen: „Draußen ist es so kalt, schön, dass es hier so warm ist.“ Wenn die Fahrt länger dauert, kann man zudem die Methode des „Elevator pitch“ nutzen. Der Kerngedanke beruht darauf, eine wichtige Person im Aufzug zu treffen und sie während der gemeinsamen Fahrt von einer Idee zu überzeugen, so dass man sich zum weiteren Gespräch verabredet. Im konkreten Fall kann man der Person z. B. die Unterstützung im Projekt anbieten.
 
 

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