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Ausmisten und Ordnung schaffen

Richtig entrümpeln mit dem 5-Kisten-Prinzip

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Einmal richtig den Haushalt entrümpeln, Unnützes aussortieren und sinnlosen Ballast loswerden: Experten sind sich weltweit einig, dass Aufräumen befreit. Wer sich zum großen Reinemachen aufrafft, wird schnell feststellen, wie schön Ordnung sein kann. Doch wo anfangen? Und wie behält man den Überblick? Für Aufräumexpertin Gunda Borgeest ist das 5-Kisten-Prinzip eine mögliche Lösung.

Wer wirklich entrümpeln will, muss sich zuallererst darüber klar werden, was er alles hat und wie viel er davon wirklich benötigt. Welche Bücher im Regal werden noch einmal gelesen? Brauche ich in Zeiten von Streamingdiensten noch all die CDs und DVDs? Und nutze ich das „gute Geschirr“ letztlich nicht doch nur ein einziges Mal im Jahr? „Es hilft, alles an einem Platz zusammenzubringen und nach Kategorien zu ordnen“, empfiehlt Gunda Borgeest. Sie berät als Aufräumexpertin Kunden in München und Berlin. „Dann sieht man oft zum allerersten Mal alles auf einen Blick.“

Schon dieser heilsame Schock könne Menschen dazu bringen, sich von Dingen zu trennen. Dennoch fällt das Loslassen vielen schwer und es entstehen Schuldgefühle beim Entrümpeln. „Dabei bedeutet Aussortieren nicht automatisch wegschmeißen“, betont Borgeest. Um das Ausmisten mit klaren Regeln zu versehen, arbeitet sie mit dem Fünf-Kisten-Prinzip. Für jeden Gegenstand macht man sich dabei bewusst, ob und wie oft man diesen nutzt und wieso man ihn bislang behalten hat. Kommt man zu dem Schluss, dass man ihn nicht mehr benötigt, sortiert man ihn in eine der folgenden Kisten:

Kiste
1

Dinge zum Verkaufen

Von einigen Dingen hat man sich aus gutem Grund noch nicht getrennt, denn oft sind sie fast neu und „zu schade“ zum Verschenken. Was in diese Kategorie fällt, gehört in die Verkaufskiste(n). Dabei sollte man sich sofort bewusst machen, wo und wann man die aussortierten Sachen verkaufen möchte. Wird es eine Trödelkiste, die bis zum Flohmarkt-Besuch eingelagert wird? Oder nutzt man Gebrauchtwarenankäufer wie Momox und Rebuy oder Flohmarkt-Apps wie Kleiderkreisel, Shpock sowie ebay Kleinanzeigen? Für letztere sollte man bedenken, dass sich fotografierte Artikel besser verkaufen. Es kann also zeitsparend sein, schon während des Sortierens die Smartphone-Kamera zu zücken. So lassen sich am Ende des Tages viele Dinge am Stück einstellen und im besten Fall schnell verkaufen.

Kiste
2

Dinge zum Verschenken

Dinge eher verschenken zu wollen, kann unterschiedliche Gründe haben. Manchmal ist die emotionale Bindung zum Gegenstand zum Beispiel so groß, dass man ihn in guten Händen wissen möchte. Bei manchen Dingen hat man auch sofort eine Person im Sinn, der man eine Freude machen kann – oder man möchte sich einfach nicht die Mühe machen, zu verkaufen. Schließlich kann man oft schnell klären, ob das Aussortierte noch von jemandem gebraucht wird, zum Beispiel von Second Hand Läden, gemeinnützigen Organisationen oder Kindergärten. In größeren Städten kann es auch schon reichen, die Kiste für einige Stunden in den Hausflur oder vor die Wohnungstür zu stellen. Was dann noch übrig bleibt, kommt evtl. doch noch in Kiste Nummer 4 (siehe unten).

Kiste
3

Dinge, die reparaturbedürftig sind

Von Kleidung, der ein Knopf fehlt, bis hin zum alten Plattenspieler, der mit neuem Antriebsriemen sicher wieder laufen würde: Dinge, die man nach einer Reparatur behalten möchte, landen beim Ausmisten in Kiste 3. Dabei dient das Einsortieren auch als Gedankenstütze, sich möglichst zeitnah um die Instandsetzung zu kümmern – und die Dinge nicht doch wieder in irgendeiner Ecke zu lagern. Wer geliebte Dinge reparieren möchte, aber nicht das nötige Knowhow hat, kann sich über so genannte Repair-Cafés oder -Gruppen informieren und helfen lassen. 

Kiste
4

Dinge zum Wegwerfen

Auch, wenn es schwerfällt: Es gibt diese Dinge, die einfach niemand mehr gebrauchen kann und die entsprechend in der Tonne landen. Dabei sollte man – insbesondere was Elektrogeräte angeht – natürlich auf die Entsorgung achten. Hierbei könnte unser Beitrag zum Thema typische Recyclingfehler weiterhelfen. 

Kiste
5

Die Vielleicht-Kiste

Es wird Gegenstände geben, bei denen man sich noch nicht sicher ist, ob man sich wirklich von ihnen trennt. Für diese Dinge empfiehlt Borgeest die Vielleicht-Kiste. Sie betont allerdings: „Diese sollte keine Ausredekiste werden, die im Keller verstaubt.“ Stattdessen sollte man sich eine Frist von maximal zwei Wochen setzen, innerhalb der man entscheidet, was mit dem Inhalt geschieht. Und überhaupt gilt beim Kistenprinzip: Nach Möglichkeit sollten alle Dinge, die wegkönnen, auch noch am selben Tag das Zuhause verlassen.

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