Vorwerk
Fotoalbum, Erinnerungskiste & Co. gestalten

Wahre Schätze

Es gibt viele schöne Momente im Leben, die es sich lohnt festzuhalten – am liebsten mit einem Andenken. Was zu einem solchen Erinnerungsstück zählt, ist so individuell wie der Mensch selbst. Die Spanne reicht von Fotos bis zu hin zu Kinokarten, vom Lieblings-Shirt aus der Schulzeit bis hin zum Reisekoffer, mit dem schon der Opa in Afrika war; und von Postkarten aus aller Welt bis hin zu Märchenbüchern aus der Kindheit – alle vereint der unbezahlbare Wert an die Erinnerung. Schade also, wenn digitalisierte Fotos auf dem Computer in Vergessenheit geraten; Bücher und andere Gegenstände auf dem Speicher, im Keller oder sogar im Müll landen.

Wie man dies vermeiden kann, zeigen die folgenden sechs Blogger. Mit ihren Ideen werden wichtige Erinnerungen unvergesslich und erhalten zuhause einen neuen Aufbewahrungsort.

Idee 1:
Memory Box – die persönliche Erinnerungskiste

Eine Schachtel wahrer Schätze ist die so genannte „Memory Box“ – sie steckt voller persönlicher Erinnerungen an erlebte Situationen, liebe Menschen, Feste, Urlaube, Ausflüge und vieles mehr. Ob Sie dafür eine alte Holzkiste umgestalten oder einen Schuhkarton mit Papier, Farbe und Fotos verschönern – erlaubt ist, was gefällt. Und hinein kommt, was mit einem Thema zusammenhängt: nicht nur Fotoalben, sondern auch viele andere kleine Schätze zum Anfassen wie die erste Haarlocke vom Baby oder Zuckerblumen der Hochzeitstorte.

So macht es zum Beispiel auch Marisa Hart. Sie betreibt den Familienblog babykindundmeer.de, lebt mit ihrer Familie an der Ostsee und reist besonders gern. „Und damit wir nichts vergessen, basteln wir für jeden Urlaub eine kleine Erinnerungsschachtel“, sagt Marisa. Diese füllen sie mit allen wichtigen Andenken an die jeweilige Tour – von Fotos über Muscheln, Karten, Souvenirs, Münzen, Sand, sogar persönliche Gedanken werden auf kleinen Zetteln festgehalten und hinein gelegt. Die kleinere Schachtel kommt dann in eine größere, selbst gestaltete Schachtel – die so genannte „Reise Memory Box“, in dem alles von einem Jahr gesammelt wird: Sommerurlaub, Herbsturlaub, Winter-Kurztrip oder Wochenendausflug, wenn der besonders beeindruckend war. „Die Urlaubsbox gehört allen“, betont Marisa. Jeder darf hineinschauen, stöbern und unvergessliche sowie lustige Momente Revue passieren lassen. Mehr dazu kann man im Buch „Family Memory Box“ (frechverlag) nachlesen. 

Foto: frechverlag

Idee 2:
Scrapbooks – Erinnungsalben

Es ist schon irgendwie paradox: Noch nie wurden im Alltag so viele Fotos geschossen, gleichzeitig waren sie aber auch noch nie so wertlos wie in der heutigen digitalen Zeit. Viele Bilder verschwinden einfach in der Versenkung auf dem Computer. Schade, schließlich ist jeder Schnappschuss eine wertvolle Erinnerung. Wie wäre es, diese wieder analog in einem kreativen Fotoalbum zu sammeln?

Aktuell im Trend liegt „Scrapbooking“. Das bedeutet, nicht einfach Bilder in ein Fotoalbum zu kleben, sondern Erinnerungen mithilfe von Fotos, schönen Papieren und unterschiedlichen Basteltechniken in einem Album oder Journal festzuhalten. Für Bloggerin Melanie Hoch ist dies eine Herzensangelegenheit. Erinnerungen aufzubewahren und jederzeit zugänglich zu machen, davon profitiert die ganze Familie. Überall in ihrem Zuhause gewähren die Alben Einblick in wertvolle Momente im Leben. „Wenn wir gelernt haben, den Fokus auf die kleinen Momente zu richten, gibt uns das ganz viel Lebensqualität. Denn egal was passiert, die Erinnerungen bleiben“, sagt die Herausgeberin des „Kreativsüchtig“-Magazins. Alles, was man benötigt, sind die erinnerungswerten Materialien aus Stoff, Pappe, Holz oder Metall und etwas Kreativität. Melanie bastelt am liebsten kleine Fotoalben, mit denen sie kurze Geschichten aus ihrem Leben erzählt.

Fotos: kreativsuechtig.de

Ihr Tipp: Für Anfänger ist die Menge an Scrapbooking-Produkten manchmal überfordernd. Da ist es hilfreich, sich für ein oder zwei Materialkits mit Motivpapier, Masking-Tape, Sticker und Scrapbook-Werkzeug zu entscheiden. 

Foto: meinfeenstaub.com

Idee 3:
Erinnerungsstücke an der Wand 

Lisa Tihanyi zeigt auf ihrem Blog „Mein Feenstaub" viele Ideen rund um Do-it-yourself, Upcycling und Nähen. „Schöne Erinnerungen wie Fotos oder Schmuckstücke lasse ich ungern in einer Schublade verschwinden“, sagt sie. Sie setzt die Dinge am liebsten in Szene, zum Beispiel mit gefundenem Treibholz: Für diese Kreatividee eines Foto-Aufstellers benötigt man einen Akkuschrauber, ein paar Haken oder Klemmen sowie ein klein wenig Geschick.

Wer Schmuck und kleine Schätze aus Omas Schatulle nicht in der Schublade verstecken mag, verwandelt das Treibholz in eine Ketten-Garderobe. Statt Mehrzweckklammern sind dann Wandhaken plus Schrauben nötig.

So geraten wahre Schätze nicht mehr in Vergessenheit und sind immer in Sichtweite. 

Idee 4:
Erinnerungsschneiderei: Aus alten Klamotten werden Kissen oder Decken 

Oft liegen Pullover, Shirts oder Hemden im Kleiderschrank, weil wir uns aufgrund einer Erinnerung schlecht von ihnen trennen können. Für Künstlerin Gundula Brentrup sind genau diese Kleidungsstücke von Interesse, denn sie macht aus ihnen wahre Schätze: In ihrer Erinnerungsschneiderei fertigt die Designerin Kissen, Decken oder Puppen und gibt dem „geliebten Ballast im Schrank“ eine neue Bedeutung. Als Stoff-Accessoire sorgen das geringelte Lieblings-Shirt vom verreisten Bruder, der jahrelang getragene Baumwollpulli mit dem Lieblingsmotiv der besten Freundin oder die ausgediente Stickjacke der Mama aus besonders weicher Kuschelwolle nun auf dem Sofa, Bett oder unterwegs für schöne Erinnerungen.

„Meine Motivation, diese Erinnerungsstücke herzustellen, entstand aus der Idee des Upcyclings. Allerdings wollte ich nicht nur Altes in Neues verwandeln, sondern Stücke mit Geschichte, Herkunft und Herz fertigen, ganz persönlich und im besten Fall noch hilfreich für die Zukunft des Besitzers. Die Stärkung positiver Erinnerungen gibt Halt und Orientierung“, verrät Gundula Brentrup.

Fotos: Lennart Günsel, gloriaundapollo.de

Ihr Tipp: Bei der Herstellung sollte man darauf achten, dass die Stoffe zusammenpassen – farblich und vom Material. Denn gerade Seide und Leder sind schwierig in einer Patchworkdecke zu integrieren.

Idee 5:
Ein Kinderbuch wird zum Schlüsselbrett oder zur Garderobe 

Ab jetzt verstauben alte Lieblings- und Kinderbücher nicht mehr im Regal: Mit dieser Idee bekommen sie eine neue Inszenierung an der Wand – zum Beispiel als Schlüsselbrett oder Garderobe für Tücher und andere Accessoires.

Benötigt werden ein altes Hardcoverbuch, Kleber, Doppelhaken oder Garderobenknöpfe, die von hinten durch das Buch gebohrt werden, sowie dünne Sperrholz- oder Pressspanstücke, um die Metallösen für die Wandhängung zu befestigen. Designerin Karen Rose aus Berlin stellt solche Wandgarberoben her und gibt auch Workshops zu diesem Thema. Sie sieht in fast jedem Gegenstand erst einmal ein Material, mit dem sie arbeiten und etwas Neues schaffen kann. Upcycling ist für sie eine Art Lebenseinstellung. „Gerade Bücher haben für mich etwas Mystisches und können definitiv nicht im Müll landen“.

Foto: lockengeloet.com, karen-rose.com

Ihr Tipp: Nehmen Sie sich für den Bau einer Garderobe aus einem Buch viel Zeit und Geduld. Die Seiten müssen sehr gut miteinander verklebt werden, damit das Buch stabil genug wird, später auch einen Mantel zu halten.

Idee 6:
Aus einem Koffer wird ein stylischer Sessel im Vintage-Look

Alte Möbel und schöne Dinge aus der Vergangenheit neu beleben ist auch einer der Ansätze von „Die Stadtgärtner“. In ihrem Blog zeigen sie Schritt für Schritt, wie aus dem alten Koffer von Lottas Großvaters ein gemütlicher Koffersessel wird. 

Das braucht einiges an Material und Zubehör: den einen alten Koffer, drei Vollholzplatten in der Größe des Koffers (zwei für die Sitzfläche, einer für die Lehne), Schaumstoff als Polstermaterial, alte Stuhlbeine, Stoff, Akkubohrer, Stichsäge, Schrauben, Cuttermesser, Nadel, Garn und Tacker. Jetzt einfach die Anleitung befolgen und fertig ist das gute Stück.

Lottas Tipp: „Wer nicht die passenden Stuhlbeine parat hat, oder wem sie zu wackelig erscheinen, kann diese auch durch stabile Holzbeine ersetzen oder einfach weglassen. Für Kinder, Hunde, Katzen oder als Kuschel-/Leseecke im Wohnzimmer ist der Sessel nämlich auch ohne Beine perfekt."

Foto: diestadtgärtner.de


02.11.2018

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