Vorwerk
Den Teppich neu entdeckt

„Wir haben keinen Stein auf dem anderen gelassen“

Vor über 130 Jahren waren Teppiche noch Luxusgüter und Vorwerk ein neues Unternehmen auf dem Markt. Angetrieben von der Idee, beste Bodenbeläge herzustellen, holten die Gründer Carl und Adolf Vorwerk die englische Technologie und das Know-how nach Deutschland. Ziel war es, die bis dahin recht teuren Teppiche allen Menschen zugänglich zu machen – und dabei nicht auf Qualität, Design und Innovation zu verzichten. Dieser Aufgabe stellt sich Vorwerk flooring, die älteste Division der Vorwerk Gruppe, bis heute und hat sich jetzt einer umfassenden Verjüngungskur unterzogen. Florian Bausch, Leiter Marketing und Produktentwicklung in Hameln, erklärt, wie er und sein Team den heutigen Kundenansprüchen gerecht werden möchten. 

Herr Bausch, der Teppich galt vielen schon als verstaubt und altmodisch. Seit einigen Jahren erlebt er ein fulminantes Comeback. Woran liegt das Ihrer Meinung nach?

Es gibt eine deutliche Veränderung im Konsumentenverhalten. Im privaten Bereich werden Einrichtung und Farbe sowie das, was wir früher „Cocooning“ genannt haben und heute „Nesting“, den „Nestbau zu Hause“, nennen, immer wichtiger, da sich die Menschen aufgrund von unruhigen politischen und wirtschaftlichen Zeiten wieder in ihre eigenen vier Wände zurückziehen. Im geschäftlichen Bereich sind Eigenschaften wie Akustik, Farbe, Wärme und Verlegemöglichkeiten entscheidend, die sich ganz klar vom klassischen Hartboden unterscheiden. 

Wie haben sich die Ansprüche der Teppich-Kunden über die Jahre verändert?

Bis in die 80er Jahre war jede Wohnung mehr oder weniger vollständig mit Teppich ausgelegt. In den 90er Jahren tendierten immer mehr Architekten zum Hartboden, woraufhin sich das Verhältnis zum Teppich bei den Menschen veränderte. Heute kehrt der Konsument wieder zum Teppich zurück, weil er in einer sehr cleanen, modernen Wohnung sitzt, gebaut aus Stahl, Glas und Beton, und dort etwas Wärme vermisst. Hinzu kommt die Akustik: Wenn jeder Schritt zu hören ist, packen die Kunden oben einen Teppich drauf. 

Wie erfahren Sie von modernen Kundenansprüchen? 

Wir sind auf allen Einrichtungsmessen unterwegs, im Gespräch mit unseren Geschäftspartnern und betreiben intensive Netzrecherche. Vor drei Jahren haben wir eine repräsentative Studie in Deutschland durchgeführt, für die 6.000 Menschen befragt wurden. Hierin wurden u. a. die Einstellungen zur Marke Vorwerk und unseren Teppichen sowie individuelle Konsumbedürfnisse erfragt. 

Im Video: Florian Bausch beleuchtet das Comeback des Teppichs – und die Neuorientierung von Vorwerk flooring


Welche Erkenntnisse konnten Sie aus den Marktforschungen gewinnen? 

Der private Nutzer sucht nach einem perfekten Accessoire, dem Teppich, der sich in die Wohnungsumgebung einbettet. In der professionellen Ausstattung geht es hingegen mehr um funktionale Gebrauchseigenschaften wie Trittschall, Farbe im Corporate Design des Unternehmens sowie um Pflege- und Reinigungseigenschaften. Was wirklich bemerkenswert war: Der hohe Zuspruch, den der Teppich in unseren Marktforschungen erhalten hat. Demnach präferieren sehr viele Menschen die Marke Vorwerk, wenn es um die Entscheidung für einen neuen Bodenbelag geht. 

Welche Schlüsse haben Sie bei Vorwerk flooring aus den Ergebnissen der Marktforschung gezogen?

Ich kann es mit einem Satz sagen: Wir haben keinen Stein auf dem anderen gelassen. Wir mussten also ordentlich aufräumen. Dazu haben wir uns die Ist-Situation des Unternehmens angeschaut, die Konsumbedürfnisse, den Wettbewerb sowie das Thema Digitalisierung. Das bedeutete: Alles neu. Beispielsweise haben wir als erster Teppichhersteller ein Ordnungsprinzip in einen Markt eingebaut, in dem es bislang keines gab bzw. nur der Preis regierte. Wir haben die Preisgestaltung für die Händler und Kunden nun transparenter und damit übersichtlich gemacht. Auch wurde das textile Sortiment neu und am Puls der Zeit ausgerichtet und marktfähiger gemacht.

Wir wollen das Zuhause der Menschen verbessern und unsere Versprechen an Qualität, Innovation und Design unseren Kunden gegenüber belegen. Als älteste Division von Vorwerk fügen sich unsere Produkte nahtlos in die Philosophie der anderen Vorwerk Marken wie z.B. Kobold oder Thermomix ein.

Und welche Teppich-Trends sehen Sie für die Zukunft?

Alles wird smart, weshalb wir uns natürlich die Frage stellen, ob auch der Teppich smart werden muss. Außerdem verschmelzen die Themen „Arbeit und Wohnen“ immer mehr, was uns vor die Herausforderung stellt: Was muss der Teppich leisten, damit er beiden Welten gerecht wird? In diesem Zusammenhang wird auch der Faktor Zeit immer wichtiger. Zu unseren Aufgaben gehört es, das Produkt mit Minimalaufwand pflegbar zu machen. Das sind einige der Themen, die uns hier treiben.

Impressionen aus den Teppichwerken

Herr Bausch, in diesem Vorwerk Thema dreht sich alles um die „Entdeckungsreise Alltag“. Was sind Dinge, die Ihren persönlichen Alltag besonders machen?

Ich kann nur mit voller Überzeugung sagen: Ich liebe das, was ich tue und habe jeden Morgen Freude daran, zur Arbeit zu gehen. Das ist etwas, was nicht viele Menschen von sich behaupten können. Und dazwischen baue ich mir Inseln im Alltag, und versuche Kultur zu erleben, indem ich mich in Städten wie Berlin, Hamburg oder München in ein Café setze, dem Treiben auf der Straße zuschaue und einfach nur genieße. Den Blick mal verändern und richtig abschalten kann ich außerdem beim Windsurfen oder – wenn mal wieder kein Wind weht – auf dem Wakeboard. Da ich am Bodensee geboren und aufgewachsen bin, ist mir das Wasser sehr nah.


25.10.2018

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