Vorwerk
Die Küche der Zukunft

Gesünder essen mit dem Robo-Koch?

Vom Lagerfeuer zum Kochroboter? Gesellschaft und Industrie haben die Küche stets weiterentwickelt – und tun dies auch heute. Zukunftsforscher sehen die digital gesteuerte Roboterküche deshalb bereits vor sich. Ob diese dann gesunde Gerichte von alleine zubereiten kann? Wir haben nachgefragt.

Er schlägt Rezepte vor, schneidet Gemüse, taucht die Spaghetti in kochendes Wasser und serviert das fertige Gericht auf dem Teller: Moley ist der erste Roboter-Koch, der für seinen Nutzer in der Küche steht und ein ganzes Gericht wie von alleine zubereiten kann. Möglich machen das zwei Roboterarme oberhalb der Herdplatte. Ob schneiden, rühren oder präzise zugreifen – jeder einzelne Handgriff wurde den Kocharmen beigebracht.

Noch ist dieser Küchenroboter ein Prototyp, aber längst keine Science-Fiction-Prophezeiung mehr. Schon 2018 soll der erste Robo-Koch auf den Markt kommen – für stolze 70.000 US-Dollar. 2021 könnte sich der Preis dann auf 35.000 US-Dollar reduziert haben, womit er sich den Kosten für eine moderne Komplettküche annähern würde.

Schaut man sich Visionen der künftigen Roboter-Küche an, verfügt diese über einen intelligenten Kühlschrank und eine ansteuerbare Spülmaschine mit Kameras. Erste mitdenkende Kühlschränke, die im Web Zutaten nachbestellen, sobald sich der Vorrat dem Ende nagt, sind schon heute erhältlich. Allerdings kommunizieren sie noch nicht mit dem Kochgerät. Das könnte sich ändern.

Vernetzte Küchenmaschinen erleichtern den Alltag

Digitale Küchenhelfer und automatisierte Assistenten sollen in der Küche der Zukunft zeitraubende Tätigkeiten übernehmen. Bereits jetzt „erleichtert die Digitalisierung das Kochen von Rezepten, die wiederholt in der gleichen Qualität zubereitet werden sollen“, sagt Stefan Hilgers, Leiter Internationales Produktmanagement Thermomix bei Vorwerk. „Sie ermöglicht uns zudem Empfehlungen auszusprechen – für Lebensmittel, Gerichte und Zubereitungsarten, von denen man vorher vielleicht noch nichts gewusst hat.”

Die Folge: Koch-Communities im Internet boomen, weil sich neue Rezepte problemlos in der App oder auf Kochgeräten wie dem Thermomix nachlesen und nachkochen lassen. Außerdem erstellen die digitalen Küchenhelfer automatisch, auf den persönlichen Bedarf zugeschnittene Einkaufslisten.

Kochen wie die Meisterköche

Doch lassen sich die Gerichte auch ohne unsere Anwesenheit zubereiten? Noch nicht ganz. „Wenn wir Roboter in der Küche einsetzen, werden wir vielleicht wieder mehr Selbstgekochtes zubereiten bzw. zubereiten lassen“, sagt Oliver Bendel, Professor an der Hochschule Nordwestschweiz. Der Experte für Wirtschafts-, Informations- und Maschinenethik macht darauf aufmerksam, dass vollständige Automatisierungen in der Küche noch lange Zeit dauern werden. “Selbst wenn die Maschinen riechen und schmecken lernen – es wird schwierig sein, ihnen beizubringen, was genau wir mögen und nicht mögen”, so Bendel.

Künstliche Intelligenz zusammen mit geeigneten Sensoren und Aktoren könnten dieses Problem irgendwann lösen – es bedürfe aber großen Aufwand. „Dazu kommt, dass Kochen einfach Spaß macht. Und daran mitzuwirken ist dabei ein wichtiger Punkt“, sagt er und merkt an: “Natürlich kann es ebenfalls lustig sein, dem Roboter bei der Arbeit zuzusehen. Und er kann nicht nur von uns lernen, sondern auch von einem Starkoch. So wird unser Haus zum Gourmettempel – wenn wir Glück haben.“

Gesundes Essen mit der Kochmaschine?

Auch Hilgers sieht in der neuen Küchenentwicklung die Freiheit zu entscheiden, ob manuell oder per Roboter gekocht wird. „Wir werden Zeit haben, um die Speisen zu individualisieren. Wir können die Zeit aber auch nutzen, um andere Dinge zu erledigen“, sagt er. Insbesondere bei Geburtstagen und Familienfeiern könne durch die neuen Helfer der Kochaufwand reduziert werden. Letztlich würde uns die Unterstützung bei der Zubereitung auch selbstsicherer machen, meint er. Denn die neuen Küchenroboter sind so programmiert, dass sie eine Gelingsicherheit versprechen.

Das könnte bedeuten, dass in Zukunft wieder mehr Menschen zuhause essen und sich Rezepte aussuchen, die sie sich zuvor nicht zugetraut haben – also auch gesündere und aufwendigere Gerichte. „Wenn wir die Filteroptionen entsprechend setzen, ja”, schätzt Hilgers die Chancen auf eine gesündere Ernährung ein. „Ansonsten werden die Küchenhelfer uns einfach dabei unterstützen, das zu bekommen, was wir wollen.”

Die Küche bleibt der Mittelpunkt des Zuhauses

Roboter werden also über kurz oder lang Einzug in unsere Küchen erhalten. Brauchen wir dann überhaupt noch große Küchenzeilen? Kirk Mangels von der Arbeitsgemeinschaft „Die Moderne Küche” (AMK) meint, dass die Küche nicht nur Arbeitsraum sondern mittlerweile auch zum Mittelpunkt des Zuhauses geworden ist. „Hier findet das Leben statt”, sagt er. Gleichzeitig repräsentiere sie ein Designelement und ein Status-Symbol – und dies wohl auch in der Zukunft.

„Dass der Roboter schon während man noch auf der Arbeit ist, das Kochen übernimmt und pünktlich beim Ankommen der Besitzer das Essen serviert, hat nichts mit der Küchengröße zu tun”, sagt Mangels. Kühlschrank, Backofen, Geschirrschrank & Co. wird es also auch in Zukunft geben – nur gewöhnen wir uns immer mehr an Maschinen und die Maschinen an uns, um gute Partner in der Küche der Zukunft zu werden.

Gesunde Ernährung trotz stressigen Alltags

Gesunde und hochwertige Ernährung ist im Alltag oft eine Herausforderung, weil einfach die Zeit fürs Kochen fehlt. Doch für einen ausgewogenen Speiseplan muss man nicht erst auf den Robo-Koch warten. Schon heute kann Ihnen hier der Thermomix helfen. Mit ihm lassen sich ganze Mahlzeiten frisch und leicht zubereiten. Außerdem sorgt er mit einem großen Fundus kreativer Rezepte für jede Menge Abwechslung. 

26.05.2017

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