Vorwerk
Besuch bei einem leidenschaftlichen Staubsauger-Sammler

„Der Kobold war früher das, was heute das iPhone ist“

Seit seiner frühen Kindheit sammelt Matthias Werner aus Osnabrück Staubsauger. Rund um die Kobold Geräte der 30er- bis 80er-Jahre hat der 42-Jährige eine eindrucksvolle Sammlung von Haushaltsgeräten zusammengetragen – und im Keller seiner Großmutter sogar ein privates Staubsauger-Museum eingerichtet. Wir wollten von ihm wissen, was seine Faszination für Staubsauger ausmacht und wieso es ihm gerade die Kobold Geräte so angetan haben. 

Herr Werner, andere Menschen sammeln Münzen, Briefmarken oder Ü-Ei-Figuren. Warum sind es bei Ihnen gerade die Staubsauger geworden?

Das ist eine gute Frage und eigentlich kann ich gar nicht genau sagen, wie meine Sammelleidenschaft angefangen hat. Ich weiß nur, dass sie schon in Kindheitstagen entstanden ist. Man erzählt mir nur immer, wie ich schon als Kind bei jeder Familienfeier die Staubsauger irgendwo aus den Ecken geholt und mich für die Geräte begeistert habe. Und da in meiner Familie eigentlich in jedem Haushalt ein Kobold Staubsauger vorhanden war, gab es genug Möglichkeiten, mit den Geräten zu spielen. Es gibt auch Anekdoten davon, wie ich gerne mal mit dem Teppichfrischer durch den Garten gezogen bin. (lacht) 

Wie hat ihre Familie auf Ihre Begeisterung für Staubsauger reagiert?

Weil ich die Staubsauger der Familie immer wieder in ihre Einzelteile zerlegt, also die vielen Aufsätze und das Zubehör ausgepackt habe, hat mein Opa irgendwann gesagt: „Komm, jetzt bekommt der Junge einen eigenen.“ Er hat mir dann einen Kobold 117 aus meinem Geburtsjahr geschenkt. Dieses Gerät besitze ich heute noch und es steht auch im Museum. 

Stichwort Museum: Wie kamen Sie auf die Idee mit der Ausstellung im Keller Ihrer Großmutter?

Irgendwann wurde die Sammlung doch so groß, dass der Platz eng wurde. Außerdem bin ich gelernter Raumausstatter und das Einrichten des Museums und das Renovieren des Kellerraums war einfach mein Ding. Das hat mir Spaß gemacht und ging leicht von der Hand. 

Wie reagieren Fremde, wenn sie von Ihrem Museum erfahren? 

Natürlich stoße ich bei Fremden schon mal auf fragende Blicke – aber das passiert glaube ich auch bei anderen verrückten Hobbys. Es gibt selten Leute, die sagen „ach, der spinnt doch“ oder „der ist doch bekloppt“. Ganz im Gegenteil: Mit der Erwähnung des Museums verwandelt sich eine anfängliche Skepsis meist in Interesse und viele sagen: „Das gucke ich mir doch mal an!“

Ihre Sammlung beschränkt sich heute nicht mehr nur auf Staubsauger. Wie viele Exponate kann man in Ihrem Museum bewundern?

Mit dem gesamten Zubehör, den Düsen und dem gesammelten Werbematerial werden das sicher zwischen zwei- und dreitausend Exponate sein. Aber das habe ich nie nachgezählt. Haushaltsgeräte sind derzeit rund 600 im Museum ausgestellt, wobei ich in einem Lager noch circa 200 weitere Geräte habe, die ich nach Lust und Laune austausche – wenn zum Beispiel Gruppen, die sich angemeldet haben, etwas Besonderes sehen wollen.

Haben Sie selbst ein Lieblingsstück in Ihrer Sammlung? 

Ja, das Kobold Modell 52 ist so ein Highlight, weil er recht selten ist und mir einfach wahnsinnig gut gefällt. Das ist das erste Kunststoffmodell von Kobold, aber noch in brauner Farbe. Dieses Modell wurde nur etwa für ein Jahr gebaut und anschließend in der heute typischen grün-weißen Vorwerk Optik produziert. Und natürlich ist auch der Ur-Kobold von 1930 etwas sehr Besonderes, weil es den Beginn dieses Kultgerätes darstellt.
 

Matthias Werner mit seinem Lieblingsmodell von Vorwerk, dem Kobold Modell 52.

Der Kobold war früher das, was heute das iPhone ist 

Wieso ist der Kobold aus Ihrer Sicht ein Kultobjekt?

Der Kobold war damals das, was heute das iPhone ist. Vor allen Dingen in den 50er- und 60er-Jahren, als auf einmal Staubsauger von allen möglichen kleinen und großen Marken auf den Markt kamen, galt er als die Spitze unter den Haushaltsgeräten. Er wurde von Generation zu Generation weitergegeben, weil es eben „der Gute von Vorwerk“ ist.

Das ist neben der robusten Bauweise wohl auch mit ein Grund dafür, dass die Geräte so lange halten. Der Kobold wurde gehegt und gepflegt, nach der Benutzung gesäubert und in einem Tuch eingeschlagen oder in der Originalverpackung im Schrank gelagert. Ich wundere mich selbst immer wieder, wenn ich Geräte aus den 80er-, 70er- oder sogar 60er-Jahren bekomme, diese nach mehreren Jahrzehnten das erste Mal eingeschaltet werden und noch genauso laufen wie am ersten Tag.

Woher bekommen Sie denn die Staubsauger für Ihre Sammlung?

Früher war es so, dass solche Geräte noch auf dem Flohmarkt standen. Andere Sachen sind im erweiterten Freundes- und Bekanntenkreis für mich zusammengetragen worden. Aber seltene Stücke wie zum Beispiel italienische oder österreichische Modelle, die es in Deutschland nicht gab, habe ich über das Internet gesucht und teilweise von anderen Sammlern erworben.

Gibt es denn so etwas wie eine Sammler-Community für Staubsauger?

Ja, tatsächlich gibt es mehr Sammler als man denkt. Einige erfreuen sich an ihren 20 Staubsaugern, die sie zuhause haben. Andere interessieren sich vom Staubsauger bis hin zur Waschmaschine ganz allgemein für Haushaltsgeräte. Und speziell für das Thema Vorwerk können sich nochmal deutlich mehr Leute begeistern.


Blickt man sich in Ihrem Museum um, fällt auf, dass nur wenige neuere Geräte in Ihrer Sammlung zu finden sind.

Ja, das stimmt. Anfangs war es mein Bestreben, alle Vorwerk Geräte, die es mal gab, in meiner Sammlung zu haben. Daher kommen auch die vielen Küchen- und Einbaugeräte der 50er-Jahre, wie zum Beispiel die Vorwerk-Kühlschränke, die ein wenig in Vergessenheit geraten sind. Ich hatte auch bereits die neuesten Geräte wie den Thermomix TM5 oder die neuen Kobold Staubsauger – habe dann aber irgendwann aus Platzgründen angefangen, auszusortieren. Heute endet meine Sammlung mit den Staubsaugern der 80er-Jahre. Die modernen Geräte, die ich mir gekauft habe, sind seitdem ganz regulär in der Familie im Einsatz. 

Gibt es auch Freunde oder Bekannte, die sich auch schon mal ein Gerät bei Ihnen leihen möchten?

Ja, einige Leute fragen schon mal bei mir nach, wenn ihr Staubsauger gerade kaputt gegangen ist. Aber aus meiner Sammlung gebe ich nur ungern etwas heraus, zumal das bei den älteren Staubsaugern auch nur bedingt Sinn ergibt. Allerdings verleihe ich alte Exponate gelegentlich an Film- oder Theaterproduktionen, in denen die Kobold-Staubsauger oder andere Haushaltsgeräte als Requisiten genutzt werden. 

Herr Werner: Anfragen vom Film, von Museumsbesuchern und Interviews wie dieses. Ist Staubsauger sammeln ein besonders zeitintensives Hobby?

Ja, bis das Museum fertig war, hat es natürlich viel Zeit in Anspruch genommen – aber auch deshalb, weil ich mir die Zeit genommen habe und wirklich Spaß an meinem Hobby habe. Heute sind es eigentlich nur noch die Pflege und das Säubern der Räume, die Arbeit machen. Aber zum Staubsaugen habe ich ja genug Geräte da. (lacht) 

01.06.2018

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