Vorwerk
Ratgeber: Urban Gardening

Obst und Gemüse im Kübel: So gelingt die Ernte vom Balkon

Gärtnern liegt wieder im Trend – doch nicht jeder wohnt in einem Haus mit Garten. Schon gar nicht in der Stadt. Während die einen versuchen auf den Schrebergarten auszuweichen, pflanzen die anderen ihre gewünschten Obst- und Gemüsesorten in große Töpfe und Kisten. Ob Himbeere, Paprika oder Salat: Immer mehr Pflanzen lassen sich mittlerweile auch auf dem Balkon oder der Terrasse kultivieren.

Es muss nicht immer das große Gartenbeet sein. Wer wenig Platz hat, aber trotzdem im
Grünen sitzen möchte, pflanzt Kräuter, Beeren und Salat einfach in Blumentöpfe und
Balkonkästen. Entscheidend sind dabei insbesondere der Standort und ein ausreichend
großes Gefäß.

Sie leben auf der Sonnenseite? Diese Pflanzen auch.

Es gibt zahlreiche Nutzpflanzen für den Balkon, die jedoch alle unterschiedlich viel Licht und Wärme benötigen. Auf der Sonnenseite fühlen sich mediterrane Kübelpflanzen wie Olivenbaum und Lavendel wohl. Auch Gurken und Zucchini mögen warme, helle Orte. Sonne, aber dafür keinen Regen vertragen Tomaten. Etwas sonnig bis halbschattig darf es dagegen für Himbeeren, Brombeeren und Johannisbeeren sein. 

Nordbalkon? Kein Problem für diese Pflanzen.

Orte mit geringer Sonneneinstrahlung bieten gute Bedingungen für Kartoffeln, Erbsen und Kohl. Die Jungpflanzen für Pflücksalat, Rucola, Mangold oder Küchenkräuter können hier ebenso in Balkonkästen gepflanzt werden. Mangold hat zudem den Vorteil, dass er auch im Schatten wächst. 

Gelingsicher: Kräuter und Tomaten

Wer zum ersten Mal einen Balkon bepflanzt, sollte unkomplizierte Pflanzen wählen. Bei Kräutern zeigen sich schnell Erfolge und auch Erdbeeren und Tomaten wachsen problemlos im Topf. Dagegen kann es schwierig werden, Sellerie, Möhren und Kürbis anzubauen, da diese Gemüsesorten viel Platz und Zeit benötigen. 

Eigenes Obst vom Mini-Bäumchen

Für den Obstanbau von Äpfeln, Kirschen, Pfirsichen oder Pflaumen eignen sich am besten Zwergengewächse. Diese Miniatur-Bäumchen werden etwa einen bis eineinhalb Meter hoch und tragen normal große Früchte, solange sie sonnig und in einem möglichst großen Kübel stehen. 

Tipps zum Anpflanzen

Richtige Erde verwenden: Grundsätzlich lohnt es sich für eine längerfristige Topfkultur eine Kübelpflanzenerde mit Mineral- und Tonanteil zu verwenden. Diese Erde fällt nicht zusammen und kann Nährstoffe und Wasser besser speichern. Der Erde kann etwa 1/5 Sand beigemischt werden, damit das Substrat nicht zu feucht wird. Die Oberfläche sollte man zu Beginn gleich mulchen, die Erde danach regelmäßig düngen. Bei kleineren Gefäßen ist es ratsam, die Erde alle ein, zwei Jahre auszutauschen.

Staunässe vermeiden: 
Damit keine Staunässe auftritt, sollte stets ein Loch im Topfboden sein, aus dem das überschüssige Wasser abfließen kann. Hilfreich ist auch, den Topf auf Tonscherben-Füßchen zu stellen. So staut sich das austretende Wasser nicht zwischen Kübel und Boden. 

Pflanztöpfe auswählen:
Aus welchem Material das Gefäß sein sollte, hängt vom persönlichen Geschmack ab – von klassischen Tontöpfen bis zu Erdtaschen oder recycelten Gefäßen wie beispielsweise ausgediente Mülleimer ist hier vieles möglich. Die Seitenwände eines Metallbehälters sollte man aber von innen mit einer dicken Schicht Zeitungspapier auskleiden, bevor man die Erde einfüllt. Bei Sonne kann Metall nämlich schnell zu heiß werden.

Platz für die Wurzeln lassen: 
Planen Sie beim Pflanzen immer genügend Raum für die Wurzeln ein. Je größer und tiefer die Gefäße sind, umso besser gedeihen die Pflanzen. Ein Beerenstrauch kann z. B. am Anfang in einem fünf-Liter-Topf wachsen. Ein dauerhafter Ertrag gelingt aber erst ab einem Gefäßvolumen von zehn Litern. Denn: Je höher die Pflanze wächst, desto schneller muss sie umgetopft werden. Daher besser gleich ein größeres Gefäß wählen. Kartoffeln benötigen übrigens sehr tiefe Kübel, alternativ tut es auch ein Erdsack oder eine Tonne.

Anzucht im handlichen Gewächshaus

Wer keine bereits fertig entwickelten Jungpflanzen kaufen möchte, kann schon etwas früher mit der Anzucht in einem kleinen Gewächshaus auf dem Balkon beginnen. Entweder man kauft ein fertiges Exemplar im Versandhandel oder bastelt die Holzrahmen mit überspannter Folie selbst. Kleinere Aussaatschalen mit Haube sind fürs Vorziehen der Samen auf dem Fensterbrett praktisch, weil sie vor Zugluft schützen. Wichtig ist, dass sie zum Keimen an einen hellen, warmen Standort gestellt werden. 

Grün dekorieren

Eigenes Obst und Gemüse schmeckt nicht nur gut, die Pflanzen lassen sich auch kreativ anordnen. Hängende Elemente wie z. B. Erdbeerampeln und an der Balkonstütze hoch rankende Bohnen ergänzen die unten stehenden Pflanztöpfe und Kisten. Ebenso wie die Zierpflanzen kann man die Töpfe mit dem Gemüse hübsch auf Blumenleitern stellen. Je nachdem wie hoch die Pflanzen wachsen, können sie, im Balkonkasten gepflanzt, auch als Sichtschutz dienen.

  Weiterlesen 

Urban Gardening

Der Kopfsalat hinterm Kreisverkehr

Mit Urban Gardening erobert ein neuer Trend die Stadtzentren. Was hinter den vielen gemeinschaftlich betriebenen Nutzgärten steckt, erfahren Sie hier.

Urbanes Landleben

Die neue Sehnsucht nach Bullerbü

Wir stricken wieder Pullover und begeistern uns für Marmeladen-Rezepte; richten uns mit Shabby-Chic-Möbeln ein und suchen nach Vintage-Buffets: Das traditionelle Landleben ist zurück – aber diesmal in der Stadt. Über den neuen Landhausstil in der City – ein Trendbericht.

  Mehr zum Thema 

DaWanda im Interview

„Eigenkreationen entspannen und erfüllen.“

Mit DIY zur Selbstverwirklichung? Ja, denn Handarbeit ist nicht nur wieder trendy sondern auch meditativ und sinnstiftend. Claudia Helming, Gründerin von DaWanda, über den Trend und die Motive dahinter.