Vorwerk
Zeitoptimierung

Zeitmanagement: Fünf Tipps für den Haushalt

Aufräumen, Wäsche waschen, das Badezimmer putzen. Im Alltag vergeht die Zeit häufig wie im Fluge und am Ende des Tages fragt man sich zu oft, wofür man sie eigentlich genutzt hat. Diese Haushaltstipps helfen, sich mehr Zeit für die schönen Dinge des Lebens zu verschaffen.

Tipp #1
Platz schaffen


Schon wieder die Brille verlegt und den Schlüssel nicht gefunden? Umfragen zufolge vergeuden Menschen pro Tag rund eine Stunde mit der Fahndung nach verlegten Dingen – Zeit, die sich viel sinnvoller nutzen ließe. Die Trainerin und Speakerin Cordula Nussbaum, bekannt für ihr kreatives Zeit- und Selbst-Management, gibt Tipps, wie man mit wenigen Handgriffen zu Hause Ordnung schaffen kann: „Suchen Sie sich Plätze für die Dinge, die logisch und in greifbarer Nähe sind. Wo ist die Handtasche am besten aufgehoben? Wo lässt sich die Brille am besten wiederfinden?“ Die Bayerin ermuntert auch dazu, die Lust an der Leere zu entdecken: „Es dauert mehr als doppelt so lange, einen vollgestopften Raum oder vollgestellte Regale zu reinigen.“ Staubfänger und andere Dinge, die ungenutzt herumstehen, sollten darum regelmäßig ausgemistet werden. Sinnvoll sei es ebenso, jeden Morgen einen Gang durch die Wohnung zu machen und das wegzuräumen, was gerade ins Auge oder in die Hände falle. Ablagen und Aufbewahrungseinheiten findet die Zeitoptimiererin praktisch, empfiehlt aber auch, die Ablagemöglichkeiten einzuschränken: „Je mehr Stauraum Sie haben, desto mehr schreien diese Plätze danach gefüllt zu werden und Sie sammeln im Laufe der Jahre mehr Zeug an, als Sie wirklich brauchen.“

Tipp #2
Prioritäten setzen


In der Theorie klingt es einfach: Sich auf das konzentrieren, was wichtig ist. In der Praxis fällt es jedoch vielen Menschen schwer, wichtige Aufgaben von weniger Wichtigem zu unterscheiden. „Die meisten reagieren zu sehr auf Dringlichkeit, wo am lautesten geschrien wird“, sagt Lothar Seiwert aus Heidelberg, Experte für Zeit- und Lebensmanagement. „Wenn Du es Dir aber genau überlegst, ist nur das wichtig, was gut und gesund für sich ist, was Dich deinen Träumen, Wünschen oder Zielen näher bringt oder was Ergebnisse und Erfolge verspricht.“
Ein oft genanntes Instrument für besseres Zeitmanagement und um den Überblick zu bewahren, ist ein Prinzip, das der amerikanische Präsident Dwight D. Eisenhower entwickelt hat. Demnach gibt es drei Kategorien: A-Aufgaben sind wichtig und müssen bis zu einem bestimmten Zeitpunkt erledigt werden. Das kann ein Termin beim Arzt sein, die Buchung des nächsten Urlaubs oder die Anmeldung beim Sportkurs. B-Aufgaben sind ebenfalls wichtig, für sie steht aber noch kein Termin fest. Typischerweise wandert die Steuererklärung monatelang von einer To-Do-Liste auf die nächste, bis sie schließlich nicht mehr warten kann. C-Aufgaben erfordern viel Zeit und können am besten delegiert oder in ihren Abläufen effizienter gestaltet werden. Im privaten Alltag gehört dazu das regelmäßige Aufräumen und Putzen der Wohnung. Hier hilft Ihnen auch ein Wochenplan, der genau festlegt, wann welche Dinge zu erledigen sind.

Tipp #3
Nein sagen


Ein kleines Wort und doch so schwer auszusprechen: Könntest du mir einen kleinen Gefallen tun? Würdest du das übernehmen? Das ist ja sicherlich schnell gemacht. „Wir denken immer, wer Ja sagt und überall mitmischt, sei beliebt und gefragt“, so Cordula Nussbaum. Das Gegenteil sei jedoch der Fall. „Menschen, die Grenzen setzen, werden von anderen mehr respektiert.“ Zudem mache ein bewusstes „Nein“ Zusagen in anderen Situationen wertvoller.
Konkret bedeutet das: Am Feierabend ruht die Arbeit, dazu gehört auch, nicht noch einmal schnell E-Mails zu checken. Und auch Gedanken an die Arbeit haben in der Freizeit grundsätzlich nichts zu suchen: „Finden Sie heraus, welche Form der Erholung Ihnen gut tut: Action-Ausflüge oder Malkurs? Meditation oder Marathon? Probieren Sie es aus!“, empfiehlt sie. Manche müssten ihre Hobbys auch regelmäßig wechseln, um den Kopf immer wieder frei zu bekommen.

Tipp #4
Einen Gang zurückschalten


Wer der Hektik des Alltags entkommen will, muss selbst langsamer werden. Lothar Seiwert rät, sich auch im Privatleben ein Beispiel an sogenannten „Slobbies“ zu nehmen: slower but better working people.

Diese Tricks helfen dabei:

  • Spül das Geschirr halb so schnell ab!
  • Bewege dich in Zeitlupe durch den Supermarkt!
  • Sprich langsam oder atme nach jedem Satz tief durch!
  • Streiche Wörter wie „schnell“ oder „sofort“ aus deinem Vokabular!
  • Nimm Dir in der Freizeit nur eine Sache vor, die du ganz bewusst genießen kannst!
„Wir haben es in der Hand, wie wir die Zeit wahrnehmen“, so Seiwert. „Wir können sie genießen, unter ihr leiden, sie erleben oder totschlagen.“ Er empfiehlt, sich zwischendurch auch einfach der Muße hinzugeben: Auf der Terrasse in der Sonne sitzen, Musik hören, spazieren gehen. „Vom Nichtstun profitieren Körper und Geist.“ Wer sich auf den Moment konzentriere, habe zugleich wache Sinne und könne, frei von äußeren und inneren Zwängen, kreativ werden und etwas Originelles schaffen.

Tipp #5
Loslegen


Wer Termine und Ziele fein säuberlich in Listen und Zeitpläne einträgt und verstreichen lässt, hat nichts gewonnen. Darum: Einfach mal machen!
Cordula Nussbaum empfiehlt das Vier-Minuten-Prinzip: „Erledigen Sie Tätigkeiten, die kürzer als vier Minuten dauern, sofort.“ Beispiele: Das schmutzige Geschirr stapelt sich, weil niemand die Maschine ausgeräumt hat? Einfach selber ausräumen. Der Mülleimer quillt über und es dauert länger, den Müll auf dem Berg zu balancieren, als schnell die Tonne zu leeren? Raus damit. Aber Vorsicht. Achten Sie auch hier auf Ihr Zeitmanagement: „Setzen Sie sich ein Limit, wie lange oder wie oft Sie pro Tag solche Vier-Minuten-Tätigkeiten erledigen wollen. Denn sonst verbringen Sie den ganzen Tag lang nur mit Vier-Minuten-Jobs und haben möglicherweise nicht das geschafft, was Sie an diesem Tag wirklich schaffen wollten.“
Ganz ähnlich funktioniert die 30-Sekunden-Regel für Mini-Jobs, die keinen Energieaufwand kosten, aber für spätere Ordnung und damit Zeitersparnis sorgen: Das Waschbecken nach dem Zähneputzen auswaschen. Gelesene Briefe direkt in den Papierkorb werfen oder an den vorgesehenen Platz legen. Getragene Kleidung nach dem Ausziehen in den Schrank zurücklegen oder zur Schmutzwäsche geben.
Und auch die schönen Dinge wollen getan werden. „Wir beide sollten mal wieder ins Theater gehen – wenn wir bloß Zeit hätten!“ Solche Aussagen lässt Lothar Seiwert nicht gelten: „Auch im Privaten müssen wir verbindlich Termine ausmachen und einhalten – und sei es die freie Stunde für mich, um in der Illustrierten zu blättern.“

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